Dienstag, 10. November 2020

200TDI Conversion oder Ambulance mit "Bums"

200TDI (11L)
Es hilft nichts. Die Ambulance ist einfach zu langsam mit ihrem 2,25l Vorkammer-Saugdiesel. 
Nicht das es uns stören würde, aber wenn man auf der Autobahn mit 40-50 Sachen Steigungen hochfährt, dann ist das ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko. Da wir planen mit der Ambulance ein paar schöne und längere Touren zu machen, braucht es ein leistungsfähigeres und zuverlässiges Aggregat.

Unsere Wahl ist auf den 200tdi gefallen... 

Für Fernreisen das richtige Aggregat. Ausreichend Leistung, robust.
Leider ist hier einiges an Umbauarbeiten notwendig. Motorhalterungen passen nicht, Turbolader ist "im Weg". 

Es gibt also einiges zu recherchieren und umzubauen. Ich werde versuchen alles dazu hier zu dokumentieren - hilft sicher anderen die so einen Umbau ebenfalls durchführen wollen ... und am Ende mir selbst um den Überblick zu behalten ;-) 


1. Motorvarianten

11L  -> Defender

  • obenligender Turbo
  • untenliegende Einspritzpumpe
  • ESP kollidiert mit Rahmen
  • rechte Motorhalterung muss geändert werden 

12L  -> Discovery 
  • aus Discovery mit Schaltgetriebe
  • unproblematischer Einbau in Rechtslenker
  • beim Linkslenker kollidiert Turbo mit Lenksäule. 
    Muss mit Ansaug- und Abgaskrümmer des Defenders umgebaut werden, so dass der Turbo gedreht wird und passt.

13L -> Discovery mit Automatikgetriebe
  • Motor baugleich wie 12L, allerdings anderer Anschluss für Getriebeglocke
  • zum Einbau in eine Serie (LT76) muss das Flywheel des 12L verwendet werden

14L -> Range Rover


Und los geht's !

Zunächst wird die Ambulance soweit "freigelegt" dass der Motor ausgebaut werden kann. 
Kotflügel abgenommen, Kühlerschott samt Kühler ausgebaut und dann schliesslich den Motor.


Einen Motor zu finden ist leider nicht so einfach. 
Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem 11L Defendermotor, aber die sind gesuchter als die 12L vom Discovery. 
Als dann ein bezahlbarer 200TDI vom Discovery von einem abgebrochenen Projekt angeboten wurde, haben wir zugeschlagen. 


Angeblich soll der 12L direkt ohne Änderungen in den Serierahmen passen. Problem beim 12L ist der Turbo, der nach unten plaziert dann mit der Lenkung kollidiert. 
Für die Serie muss der Turbo wie beim 11L (Defendervariante) plaziert sein. Also einfach die Auslass- und Ansaugbrücke des Defenders nehmen ... wenn es die bezahlbar gäbe.
Da es die Ansaugbrücke nicht mal so eben gibt, entscheiden wir uns für eine Variante die ich hier gesehen hatte. 
Ob das so klappt werden wir sehen wenn es soweit ist. 
Das werden wir dann auch als erstes mit einer "Anprobe" austesten.
Es wird oft geschildert dass der rauhe Motorlauf des Direkteinspritzers mit den Standard Motorlagern einfach nicht auszuhalten ist. Gut sollen offenbar 55shore Härte sein, wie hier geschrieben.
Also haben wir dann mal bei "tuertorfenster24" weiche Motorlager bestellt ....

Damit wir besser verstehen ob alles wie gedacht passt, haben wir den Motor zunächst einmal probeweise eingebaut. 
Ohne Kupplung sollte das einfach gehen - so die Annahme. 
Am Ende haben wir aber doch ziemlich geschuftet und es nach mehr als 4 Stunden immer noch nicht geschafft dass alles richtig passt. 
Trotzdem ist die Erkenntnis, dass alles ohne Rahmenänderungen passen müsste.
Wichtige Details: Es müssen die Serienkupplung- und Motorhalterungen verwendet werden. 

Allerdings mussten wir eine Halterung des Ölbad-Luftfilters abflexen.




















Der Motor ist mittlerweile lackiert. Wir haben die Farbe "ROT" gewählt, da bei LR die Militärmotoren immer rot lackiert waren. Zugegeben, der Motor könnte nun auch aus der Tuner-Szene stammen, aber mindestens macht es nun Spaß damit zu arbeiten, da endlich nichts mehr Ölig und gammelig ist. 
Leider lassen die Ersatzteile auf sich warten. Seit 2 Wochen sind die nun im Zoll und warten auf Freigabe. Das war vor dem Brexit definitiv einfacher !
Wir haben nun den Kupplungsautomaten vom Discovery mit einer Kupplungsscheibe der Serie verwendet. Der Discovery hat eine höhere Verzahnung als die des Seriengetriebes, so dass die Disco Kupplungsscheibe nicht passt. 

Um sicher zu gehen dass alles passt haben wir eine Anprobe mit einem Seriengetriebe gemacht, dass überzählig in der Werkstatt herumlungerte.

Dabei stellt sich dann heraus, daß wir für 4 Bohrungen ein M10er Gewinde schneiden müssen.  Weiterhin sind für 4 andere Bohrungen die Bohrungen anzusenken, damit die Kupplungsglocke mit dem Motorblock verschraubt werden kann. Das scheint beim Discovery für diese Bohrungen offenbar durch die Getriebeglocke zu erfolgen. Da das LT76 diese Bohrungen aber nicht hat, muss das eben anders erfolgen.

Lässt man diese Schrauben weg, führt es unweigerlich zum Ölverlust des Motors, da das Flywheel housing nur oben am Motor befestigt ist und somit di darunterliegende Dichtung ohne die Schrauben nicht dicht wird.


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